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Warum beschäftigen wir uns eigentlich überhaupt mit Kompetenzmanagement?

22 Juni 2010 No Comment

Die Erfahrung zeigt, dass es seit einigen Jahren eine anhaltende Verschiebung der Prioritäten im Umgang mit den menschlichen und personellen Fähigkeiten weg von einem personaltechnischen hin zu einer personalzentrischen Verantwortung im Unternehmen vor sich geht.

Die Konzentration auf die Entwicklung der Mitarbeiter als Teil des Unternehmens und die Tatsache, dass eine Organisation oder ein Betrieb mehr ist nur „Beschäftigte“ zu verwalten hat, stellt für viele Unternehmen und auch Forscher einen Anreiz dar, sich mit einem Thema Kompetenzmanagement näher zu beschäftigen.

Innovationen an sich stellen einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor der westlichen Wirtschaft im Vergleich zu Niedriglohnländern dar. Es scheint, keinen Sinn zu machen, auf Basis der Lohnkosten konkurrieren zu wollen. Vielmehr liegt der Schlüssel in der Innovationsfähigkeit. Diese geht vom Mitarbeiter und dessen Wissen bzw. vom Zusammenspiel verschiedener Mitarbeiter und der Entwicklung einer Leistung aus. Aus diesem Grund ist es erfolgversprechend, die Mitarbeiter als originäre Schöpfer der Innovation zu begreifen und ihre Fähigkeiten entsprechend einzubinden und zu fördern.

Eine wesentliche Möglichkeit, eine höhere Innovationsleistung zu erreichen, liegt in der Kommunikation und Vernetzung der Mitarbeiter, diese zu fördern und einen schnelleren Durchsatz von Wissen innerhalb des Unternehmens wachsen zu lassen. Blieb Wissen in der Vergangenheit als Gut eher in einem statischen Zustand unverändert, so stellt sich heute die frage, wie schnell das vorhandene Wissen verteilt und flexibilisiert wird, damit es einen größtmöglichen Personenkreis erreicht. War es zum Beispiel bis vor kurzem ausreichend, einen Beruf zu erlernen und diesen in derselben Form bis an das Ende des aktiven Arbeitslebens auszuüben, ist heute lebenslanges Lernen vom Berufsalltag nicht mehr wergzudenken.

Kompetenzmanagement ist also als teil des Wissensmanagements immer daraufkonzentriert, auf Basis der Teilung von Wissen die persönlichen Lernpotenziale auszunutzen, zu fördern und diese im unternehmerischen Kontext einzusetzen. Wenn wir von Wissen oder Wissensmanagement sprechen, muss uns klar sein, dies immer als Konzept zur Verdeutlichung des unternehmerischen Erfolgs auf Basis intellektueller Leistungen dient. Kompetenzmanagement nimmt in Ergänzung zum Wissensmanagement die Rolle einer Managwmentdisziplin ein, mit den intellektuellen Fähigkeiten der Personen eines Unternehmens umzugehen, diese zu identifizieren, zu entwickeln und auszubauen. Kompetenz bezieht sich insofern auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen, ihr Wissen im Prozess der Arbeit in eine konkrete Handlung umzuwandeln. Einerseits wird Kompetenzmanagement damit zum Instrument zur Erschliessung der Fähigkeiten

der Mitarbeiter, andererseits werden die Kompetenzen des Unternehmens auf iner eher strategischen Ebene gesteuert.

Auf beiden dieser Ebenen finden Wandlungsprozesse mit einer hohen Dynamik statt. Diese Dynamik steuerbar – oder auch erklärbar zu machen – ist die originäre Aufgabe, der sich das Kompetenzmanagement meiner Ansicht nach widmet. Fähigkeiten und Fertigkeiten in das Zentrum der Betrachtung zu rücken, anstatt eine permanente Ergebnisbeurteilung durchzuführen ist der große Vorteil, den diese nicht allzu neue Disziplin bietet.

Mehr Infromationen finden Sie im Buch “Kompetenzmanagement in der Praxis”.

 

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