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Studie von Cap Gemini belegt: Kompetenzmanagement noch kein Business Partner der Geschäftsführung

Cap Gemini Logo

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Das vierte HR-Barometer der Unternehmensbeartung Cap Gemini zeigt, dass die Personalbereiche der meisten großen Unternehmen zwar personell üppig ausgestattet, doch wenig tragfähig in Richtung der taktischen und strategischen Kompetenzsteuerung des Unternehmens sind. Fast die Hälfte aller für Human Resources (HR) Verantwortlichen, die befragt wurden, sehen sich noch “nicht ausreichend” als Business Partner ihres Managements. 60 Prozent aller Befragten räumen selbstkritisch ein, dass ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg “nicht ausreichend” (50 Prozent) oder “noch gar nicht” (10 Prozent) messbar sei. Wie der Standard aus Wien berichtet, beklagen zwei Drittel der Befragten “zu wenig Zeit für wertschöpfende Themen” zu haben und “mit operativen Themen überlastet” zu sein. Zwei von drei Personalbereichen schneiden deshalb bei der Betreuungsquote, einer wichtigen Kennzahl, nur mangelhaft oder sogar ungenügend ab.

Bei derartigen Aussagen kann die Hypothese aufgestellt werden, dass nicht das fehlende Verständnis zum Thema kompetenzbasierter Personalarbeit Einfluss auf die Etablierung einer „echten“ Talentorganisation hat, sondern vielmehr die Fehlallokation von Ressourcen innerhalb der Personalbetreuung den Wandel im Unternehmen beschränken. Kompetenzmanagement als originäre taktische und strategische Disziplin bleibt unter dieser Prämisse weiterhin für die meisten Unternehmen Zukunftsmusik. Betrachtet man die Ursachen für die Fehlallokationen, erscheint dies auf den ersten Blick eine organisatorische Fragestellung zu sein. Zum einen hat sich der Einfluss von HR bei strategischen Entscheidungen laut Aussage von Cap Gemini nicht entscheidend verbessert, was allgemein unter der “fehlenden Einbindung in Geschäftsprozesse” als Ursache verstanden wird. Dies kann operativ betrachtet in fehlenden Schnittstellen zu wichtigen Steuerungsebenen im Unternehmen sein oder einfach im personellen Umfeld zu suchen sein. Interessant ist jedoch, dass jeder Vierte glaubt, fehlendes Vertrauen oder gar Widerstand bei den Vorgesetzten vorzufinden. Nur rund 25 Prozent spüren “Vertrauen voll und ganz” und fast 50 Prozent immerhin ein “ausreichendes Vertrauen”.

Doch wie weit kann „ausreichend“ sein, wenn es darum geht, eine Denk- und Unternehmenskultur im Unternehmen verändern zu wollen? Was, wenn bereits der Personalchef die Wirkung kompetenzbasierter Steuerungsmethoden unterschätzt; wenn er oder sie sich nicht der Wirkung echter Talentarbeit und Elitenbildung bewusst sind?

Über: Kai Reinhardt

Kai Reinhardt hat 10 Beiträge in diesem Blog geschrieben.

Autor des Buches Kompetenzmanagement in der Praxis.

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