Einführung in Kompetenzmanagement

skills_680_220Was genau ist eigentlich Kompetenzmanagement? Stellen Sie sich einen brillanten Klavierspieler an einem schlecht gestimmten Klavier vor. Das Spiel des Virtuosen wird immer nur so gut sein, wie es die Stimmung des Klaviers erlaubt.

Übertragen auf ein Unternehmen heißt das, dass Mitarbeiter nur dann ihr volles Potenzial entfalten können, wenn die richtigen Fähigkeiten und Kompetenzen erkannt, ausgebildet und gefördert werden und diese im Arbeitsprozess situationsadäquat eingesetzt werden können.

Ob im Prozess der Arbeitshandlung, in der Interaktion mit Kunden, Lieferanten, in der Entwicklung neuer Produkte, in der Anwendung von Technologien oder in Führungsprozessen: Überall wirkt Kompetenz.

Soll die Kompetenz einer Person, eines Teams oder einer Organisation effektiv zur Wirkung kommen, müssen entsprechend Rahmenbedingungen geschaffen werden. Genau hier greift das Konzept des Kompetenzmanagement:

Kompetenzmanagement ist eine Managementdisziplin mit der Aufgabe, Kompetenzen zu beschreiben, transparent zu machen sowie den Transfer, die Nutzung und Entwicklung der Kompetenzen, orientiert an den persönlichen Zielen des Mitarbeiters sowie den Zielen der Unternehmung, sicherzustellen.

Das Kompetenzmanagement kennt verschiedene Perspektiven und Sichtweisen, die alle in diesem Konzeot vereint sind:

  • Markt und Strategie: Strategische Entscheidungen determinieren die Kompetenzen, die mit einem Kompetenzmanagement gesteuert werden können. Viele mittelständische Unternehmen verändern aus Gründen des harten Wettbewerbs ihre Strategie in Richtung eines Dienstleistungsunternehmens. Wandelt sich die Kompetenzausrichtung, muss ein Kompetenzmanagement sich den Rahmenbedingungen anpassen können.
  • Organisation und Strukturen: Die Organisations- und Kompetenzstrukturen sind in jedem Unternehmen unterschiedlich. Die Ziele, die ein Kompetenzmanagement erfüllen soll, müssen sich an diesen Strukturen ausrichten. Dazu zählen vor allem der hierarchische Aufbau, die Entscheidungsebenen, Entscheidungsinstitutionen (Betriebsrat usw.) sowie die Verteilung und der Bestand der Kompetenzen. Flache Hierarchien erfordern im Gegensatz zu einem stark hie-rarchischen Unternehmen z. B. ein anderes Rollen- und Rechtesystem.
  • Prozesse und Technologien: Ein Kompetenzmanagement muss bei einem Produktionsunternehmen aufgrund unterschiedlicher Prozesse und technischer Infrastrukturen anders gestaltet werden als in einem Beratungsunternehmen. Die im Unterneh-men schon vorhandene Technologie setzt Maßstäbe an ein Skill-Management und die Verbreitung des Systems. Nicht jeder hat z. B. heute schon einen Internetzugang oder kann per E-Mail kommunizieren. Diese Voraussetzungen müssen in der Prozessgestaltung Beachtung finden.

Kompetenzmanagement geht somit über das traditionelle Verständnis von Aus- und Weiterbildung hinaus, indem Lernen, Selbstorganisation, Nutzung und Vermarktung der eigenen Kompetenzen im Vordergrund steht. Die notwendigen Methoden, Prozesse, Leitlinien und Kultur muss im Unternehmen verankert und mit Geschäftsprozessen gekoppelt werden, um eine optimale Nutzung der Kompetenzbasis zu gewährleisten. Im Kern geht es darum, Wissen, Erfahrungen, Intuition der Mitarbeiter mit konkreten Handlungen im Arbeitsprozess zielgenau zu verbinden.

Ein Kompetenzmanagement greift an allen Punkten des Unternehmens und ist somit kein isoliertes Managementkonzept sondern vielmehr ein integratives Steuerungsprinzip. Ob im Arbeitsprozess, in der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, in der Entwicklung neuer Produkte, in der Anwendung von Technologien oder in Führungsprozessen: Überall wirkt sich die Kompetenz der Mitarbeiter unterschiedlich auf die Zielerreichung des Unternehmens aus. Soll aber die Handlungskompetenz aller Mitarbeiter, Teams und der gesamten Organisation konzertiert zum Einsatz kommen stellt sich die Frage, wie das geschehen durch welche Prozesse und Methoden das geschehen kann. Kompetenzmanagement definiert sich deshalb als ein übergreifendes Prinzip ohne direkte Verortung im Unternehmen. Es wirkt erst dann, wenn die Kompetenz exakt dort zum Einsatz kommt, wo sie benötigt wird.

Ist ein Unternehmen bestrebt, seine Kompetenzbasis zu nutzen, muss darüber nachgedacht werden

  • wie die Stärken und Potentiale von Mitarbeitern transparent gemacht werden können,
  • welche Kompetenzen mit welchen Geschäftsprozessen gekoppelt werden müssen
  • wie Kompetenz gemessen und Kompetenzgebiete entwickelt werden
  • wie langfristig die Kompetenz für das Unternehmen gesichert werden kann.

Die Basis für die Erreichung einzelner Ziele ist eine unternehmensspezifische und von den vorherrschenden Rahmenbedingungen abhängige Frage. Jeder Mitarbeiter, gleich welche Hierarchieebene er oder sie einnimmt, wird Teilbereiche des Kompetenzmanagements in die eigene Arbeit integrieren müssen. Dieses Ziel zieht weitreichende Interventionen in allen Bereichen des Unternehmens nach sich. Methoden und Werkzeuge müssen an einzelne Grundsysteme der Organisation gekoppelt werden, damit ein Kompetenzmanagement im Unternehmen greifen kann.

Wie gut ist Ihr Kompetenzmanagement im Unternehmen entwickelt?

Eine Anleitung, wie Kompetenzmanagement richtig konzipiert und implementiert wird, erklären wir  in Kapitel 5 des Buches „Kompetenzmanagement in der Praxis”.

Erfahren Sie mehr zu dem Details des Kompetenzmanagements im Buch “Kompetenzmanagement in der Praxis”:

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